Erwerbsunfähigkeit bzw. Berufsunfähigkeit - RA Wellßow-Gollan

Viele Menschen haben ein berechtigtes Bedürfnis, das Risiko einer Berufsunfähigkeit abzusichern und schließen eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. Erwerbsunfähigkeitsversicherung ab. Es handelt sich insoweit für viele um einen existenziellen Versicherungsschutz. Bei Abschluss eines Versicherungsvertrages ist die Erwartungshaltung eines Versicherungsnehmers dementsprechend hoch, dass er dann auch tatsächlich im Falle der Berufsunfähigkeit umfassend abgesichert ist.

Tritt dann aber die Berufsunfähigkeit Jahre oder Jahrzehnte später nach Abschluss des Vertrages ein, so müssen viele Versicherungsnehmer feststellen, dass sie mit zahlreichen Fragen bzw. Nachfragen ihres Versicherers konfrontiert werden und im Ergebnis die erwartete Versicherungsleistung nicht gezahlt wird bzw. hinausgezögert wird. Von der Schadensmeldung bis zur Leistungsgewährung bzw. Ablehnung liegt erfahrungsgemäß ein langer und für den Versicherungsnehmer dornenreicher Weg. Es stellen sich dann plötzlich zahlreiche rechtliche Probleme, die im Rahmen dieses Artikels nicht vollständig dargestellt werden können. So streitet man oft nicht nur über die Frage, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt, sondern über die Frage, welcher „ausgeübte Beruf“ denn überhaupt vorlag. Dabei geht es auch um die Frage der Prognose der Dauerhaftigkeit der Berufsunfähigkeit bzw. der Kompensationsmöglichkeit für den Versicherungsnehmer. Bei Selbstständigen wird oft die Zumutbarkeit einer Betriebsumorganisation eingewandt bzw. Sonderklauseln für bestimmte Berufsgruppen.

Von noch größerer Bedeutung sind aber Einwände der Versicherung bezüglich angeblich der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung bzw. die Anfechtung des Versicherungsvertrages wegen angeblich arglistiger Täuschung, so beispielsweise bezogen auf Gesundheitsfragen bei Antragstellung. Daneben spielen sogenannte Risikoausschlüsse ebenfalls eine nicht unbedeutende Rolle, sodass Versicherungsnehmer im Endergebnis dann feststellen müssen, dass sie statt der erwarteten Absicherung keinerlei Zahlung außergerichtlich erhalten werden. Selbst wenn aber die Versicherung Leistung erbringt, so erfolgt dies des häufigeren in der Praxis unter zeitlichen Vorbehalten. Der Versicherungsnehmer ist sich also selbst in diesen Fällen nicht im Klaren, ob er nun die erwartete vollständige Absicherung in Form der Versicherungsleistung auf Dauer erhält.

Im Ergebnis ist eine frühzeitige rechtliche Beratung bzw. Unterstützung anzuempfehlen.


Für weitere Informationen steht zur Verfügung:

Rechtsanwalt Wellßow-Gollan

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