Überschwemmungsschäden bei Gebäude- und Elementarversicherungen - RA Wellßow-Gollan

Der Starkregen in der ersten Juliwoche in der Region Havelland und andernorts führte zu Überschwemmungen und zu Feuerwehreinsätzen. Nach den Aufräumarbeiten zeigten sich dementsprechend Wasserschäden an Gebäuden. Zahlreiche betroffene Hauseigentümer bzw. Mieter wandten sich hinsichtlich der Gebäudeschäden nun an ihren Gebäudeversicherer bzw. Hausratsversicherer. In vielen Versicherungsverträgen ist eine sogenannte Elementarversicherung enthalten. Diese soll eigentlich dem Versicherten Schutz vor Elementarschäden, wie beispielsweise Überschwemmungen, geben. Mit Erstaunen haben einige Hausbesitzer nun feststellen müssen, dass die Versicherung die Versicherungsleistung gleichwohl verweigert.

Der Unterzeichner bearbeitet derzeit zahlreiche ähnlich gelagerte Fälle von betroffenen Hauseigentümern bzw. Mietern. Das Versicherungsunternehmen lehnt die Leistung mit der Argumentation ab, dass das Wasser bzw. die Feuchtigkeit über die Grundplatte ins Haus gelangt sei. Es handelte sich nach Meinung der Versicherung nicht um eine Überschwemmung, sondern um angeblich aufsteigendes Grundwasser. Ein Versicherter sollte sich mit dieser Leistungsablehnung nicht zufriedengeben. Der Versicherte hat gegenüber dem Versicherungsunternehmen eine günstige Rechtsposition. Die sintflutartigen Regenfälle sind nach den Versicherungsbedingungen als „Überschwemmung“ zu bewerten. Dazu ist es nicht erforderlich, dass das Oberflächenwasser beispielsweise über die Türschwelle in das Haus gelangt ist und dort die Schäden am Gebäude bzw. Inventar verursacht hat. Selbst wenn das Wasser also über die Bodenplatte in das Gebäude eindrang und hierdurch Schäden entstanden sind, hat der Versicherte einen Leistungsanspruch.

In den vom Unterzeichner vertretenen Schadensfällen haben die Versicherer bereits jetzt außergerichtlich ihre Leistungsverweigerung aufgehoben und dem Versicherten Leistung gewährt. Ein Betroffener sollte sich nicht auf weitere Gespräche mit der Versicherung einlassen. Aus den dem Unterzeichner vorliegenden Schadensprotokollen ist ersichtlich, dass in einigen Fällen Aussagen wiedergegeben wurden, die der Versicherungsnehmer so nicht getätigt hatte. Ziel scheint es zu sein, dem Versicherten aufgrund seiner eigenen Angaben zum Schadenshergang, die vertraglich versprochene Leistung zu verweigern. Daher ist den Betroffenen, die bisher noch keine Versicherungsleistung erhalten haben oder aber denen die Versicherungsleistung bereits verweigert wurde, dringendst anzuraten, sich rechtlich beraten und unterstützen zu lassen.


Für weitere Informationen steht zur Verfügung:

Rechtsanwalt Wellßow-Gollan

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