Reiserücktrittsversicherung - RA Wellßow-Gollan

Aufgrund einer Erkrankung kann der Reisende seine Flug- oder Schiffsreise nicht antreten. Bei Buchung der Reise hat er aber zusätzlich eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Diese deckt das Risiko, dass die Reise gar nicht erst angetreten werden kann bzw. den weiteren Fall des Reiseabbruchs. Der Reisende storniert also die geplante Reise gegenüber dem Reiseveranstalter und erhält je nach Zeitpunkt der Stornierung einen Teil des Reisepreises zurück. Der verbleibende Teil der Reisekosten, den der Reiseveranstalter nicht zurückzahlt, wird von der Reiserücktrittskostenversicherung abgedeckt.

Für den Nichtantritt bzw. den Abbruch der Reise muss ein wichtiger Grund vorliegen, dies in Form einer unerwartet schweren Erkrankung oder gar dem Tod. Reiseversicherer verweigern häufig die Versicherungsleistung mit dem Argument, dass die Erkrankung vorhersehbar war, also nicht „unerwartet“.

Eines der Hauptprobleme tritt bei Personen, die eine Grunderkrankung haben, wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes etc. auf. Kommt es dann nach Buchung der Reise zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes, so dass die Reise storniert werden muss, so verweigern Reiserücktrittsversicherer häufig die Erstattung der Stornokosten. Dem kann jedoch häufig entgegengehalten werden, dass die Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes „unerwartet“ war. Dies wird immer dann der Fall sein, wenn ein Reisender durch seinen Arzt medizinisch bzw. medikamentös stabil so eingestellt ist, dass die Person davon ausgehen konnte, die Reise auch antreten zu können. In solchen Fällen muss also der Reiserücktrittsversicherer die Stornokosten erstatten.

Sollte ein Reiserücktrittsversicherer die Erstattung verweigern, so muss der konkrete Einzelfall geprüft werden, d. h. sowohl im Hinblick auf die vereinbarten Versicherungsbedingungen, wie aber auch im Hinblick auf den medizinischen Befund. Bei nachvollziehbarer juristischer, wie auch medizinischer Argumentation kommt es dann doch noch zu einer Zahlung an den Versicherten.


Für weitere Informationen steht zur Verfügung:

Rechtsanwalt Wellßow-Gollan

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