Schadensersatz für Gepäckverlust - RA Wellßow-Gollan

Mit seiner Entscheidung vom 22.11.2012 zeigte sich der Europäische Gerichtshof in Bezug auf den Verbraucherschutz weiterhin positiv. Der Europäische Gerichtshof musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob bei Gepäckverlust ein Entschädigungsanspruch

nur für diejenige Person besteht, die das Gepäckstück aufgegeben hat oder aber auch für Mitreisende, die Gegenstände in dem Gepäckstück hatten. Im vorliegenden Falle hatte eine vierköpfige Familie zwei Koffer auf einem Flug mitgeführt, die in der weiteren Folge dann verloren gingen. Die vier Reisenden machten Schadensersatz geltend. Die Fluggesellschaft wollte jedoch nur die Personen entschädigen, denen die Gepäckbelege ausgehändigt wurden. Die in dem Gepäckstück verlorenen Gegenstände der anderen Familienmitglieder/Mitreisenden wollte die Fluggesellschaft nicht entschädigen. Die Geschädigten brachten den Rechtsfall vor den Europäischen Gerichtshof. In seinem Urteil kommt der Europäische Gerichtshof zu dem Ergebnis, dass ein Reisender vom Luftfrachtführer Schadensersatz für den Verlust seiner Gegenstände fordern kann, die sich in einem von einem Mitreisenden aufgegebenen Gepäckstück befunden haben. Die Ausgabe der vorgeschriebenen Belege für die Gepäckidentifizierung nach § 3 des Montrealer Übereinkommens an einen Reisenden lasse nicht den Rückschluss zu, dass nur dieser Reisende Anspruch auf Entschädigung wegen Gepäckverlust hat (Artikel 22 der Montrealer Übereinkunft).


Für weitere Informationen steht zur Verfügung:

Rechtsanwalt Wellßow-Gollan

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